Ausbildung zum Integrationslotsen

Integrationsarbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen hindernden und fördernden Faktoren und Kontexten.
Gelingende Integrationsarbeit ist in der Lage, deren positive Potentiale zu nutzen und Lösungen für mögliche schwierige Situationen zu finden.

Wesentlich hierfür sind persönliche Begegnungen, Begleitung und gute Sachkenntnis.

Das Konzept der Integrationslotsen setzt aus diesem Grund vor allem auf konkret gestaltete Unterstützungsarbeit durch individuelle Begegnung und die Vermittlung von Wissen .
In dieser Seminarreihe werden Ehrenamtliche mit und ohne eigene Migrationserfahrung geschult, um Neu- und Altzuwanderer Hilfestellung für den Alltag zu geben und eine Zeitlang zu begleiten.

Am Ende des Kurses verfügen die Teilnehmenden über ein grundlegendes Basiswissen zur Integrationsarbeit. Darüber hinaus haben sie praxiserprobte Mittel und Wege kennen gelernt, die sie in die Lage versetzen, Zuwanderern praktische Hilfestellungen bei der Orientierung in einer neuen Lebenswelt geben.

Zielgruppe

Ehrenamtlich arbeitende Frauen und Männer mit oder ohne Migrationserfahrung, die einen Bezug und Interesse an der Thematik haben. Vorkenntnisse in der Integrationsarbeit sind vor der Teilnahme nicht erforderlich.

Termine

12 Schulungstreffen einmal wöchentlich je 4 Stunden, ggf. auch Blockveranstaltungen am Wochenende. Die gesamte Seminarreihe umfasst 48 Stunden.

Seminarbeschreibung

Die Seminarreihe vermittelt ehrenamtlich Aktiven ein Basiswissen in der Integrationsarbeit und zeigt bereits erfahrenen Integrationslotsen neue Perspektiven auf.
In theoretischen und praktischen Lehreinheiten wird praxisnah der kompetente Umgang mit Zuwanderern trainiert. Die Teilnehmenden erlernen durch Beobachtung und Methoden Potentiale zu erkennen und eigenständige Lösungen zu erarbeiten.
Darüber hinaus werden Informationen bereitgestellt über Institutionen und Anlaufstellen im lokalen Umfeld der Teilnehmenden. Das Seminar ist auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten und bedient sich der Methoden der modernen Erwachsenenbildung.

Der Themenblock A mit insgesamt 20 Stunden umfasst folgende Inhalte:

  • Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Identität und der eigenen Migrationsgeschichte (5 Stunden)
  • Kommunikationstraining und Reflexion der eigenen Kommunikationsweise
    (5 Stunden)
  • Konflikte und Lösungsstrategien im interkulturellen Kontext (5 Stunden)
  • Theorie und Praxis von Begleitung, Vernetzung und Selbstmanagement
    (5 Stunden)

Der Themenblock B mit insgesamt 20 Stunden umfasst folgende Inhalte:

  • Vorstellung relevanter kommunaler Einrichtungen und Behörden
  • (Hintergrund-) Informationen über öffentliche Einrichtungen wie Kommunalverwaltungen, Politik, Schulsystemen etc.
  • Vorstellung von wichtigen Ansprechpartnern und deren Angeboten in der Integrationsarbeit, wie Wohlfahrtsverbände, Sprachkursträgern, Integrationsräte, Ausländerbeiräte und sonstige Integrationsangebote
  • Zum Seminarende Abschlusspräsentation und Zertifikatsverleihung mit Abschlussfeier

Der Block C zu Beginn und zum Ende einer Seminarreihe beinhaltet mit insgesamt 8 Stunden:

  • Einführung in die Seminarreihe und Kennenlernen der Teilnehmenden
  • Abschlussfest, Präsentation der Reihe und Zertifikatsverleihung

Ehrenamtlicher Einsatz

Der Einsatz der ehrenamtlichen Integrationslotsen wird durch die Kommunen bzw. den Seminarveranstalter koordiniert. Die ehrenamtlichen Integrationslotsen werden mit Namen, Kontaktadressen und Sprachkenntnissen in eine Datenbank aufgenommen und auf Wunsch weitervermittelt.
Die Möglichkeit für Zuwanderer, durch Integrationslotsen begleitet zu werden wird sowohl verwaltungsintern als auch in der Öffentlichkeit beworben.

Vorbereitung

Die Vorbereitung erfolgt in Abstimmung zwischen einem Koordinator / einer Koordinatorin der Verwaltung, zuständig für alle notwendigen internen Absprachen und dem Fachreferenten / der Fachreferentin, benannt durch IBIG.

In der Planung wird festgelegt:

  • Auswahl der Lotsen
  • Ort und Termine der Seminarreihe
  • Gestaltung und Abfolge der Lernblöcke
  • Inhaltliche Kooperationspartner in Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten (Themenblock B)
  • Formen der Öffentlichkeitsarbeit
  • Organisatorische Vorgehensweise

Auswertung

Es erfolgt eine inhaltliche und organisatorische Auswertung unmittelbar nach der Abschlussveranstaltung mit dem Seminarveranstalter und IBIG (2 Stunden).
Im Abstand von circa 6 Monaten nach Abschluss des Seminars findet eine Nachbesprechung gemeinsam mit dem Veranstalter, den Seminarteilnehmern und IBIG-Fachreferenten statt (4 Stunden). Sie gibt den Teilnehmern Gelegenheit, Erfolge, Nachhaltigkeit, Fragen, Erfordernisse und Misserfolge im Zusammenhang mit dem Seminar zu besprechen und gegebenenfalls gemeinsam die weitere Planung abzustimmen.

Zusatzmodul

Es kann den Erfolg der Integrationslotsen unterstützen, wenn eine Weiterbegleitung und Reflexion der bisherigen Tätigkeiten nach einiger Zeit erfolgt. Zu diesem Zweck bietet IBIG ein 8-stündiges Tagesseminar an. Den Teilnehmenden wird die Möglichkeit gegeben, Situationen aus ihrem Arbeitsalltag kritisch zu evaluieren und aufzuarbeiten.
Darüber hinaus können Bestandteile aus den Seminarblöcken A und B inhaltlich vertieft werden. Es empfiehlt sich, das Zusatzmodul frühestens 12 Monate nach Abschluss des Seminars zu buchen, die Kostenkalkulation erfolgt nach Absprache.

Organisatorische Hinweise:

  • Die notwendige Planungszeit nach Auftragserteilung beträgt vier Monate
  • Die Anzahl der Teilnehmenden liegt zwischen 10 und max. 18 Personen
  • Werbung und Organisation erfolgt durch den Veranstalter, ebenso die Weiterleitung der Seminarunterlagen an die Teilnehmenden
  • Voraussetzung ist ein ausreichend großer Seminarraum und – abhängig von der Teilnehmerzahl – entsprechende Gruppenarbeitsräume
  • Alle organisatorischen Details und sonstigen Absprachen zwischen Veranstalter und IBIG werden vor der Auftragserteilung schriftlich fixiert und sind Bestandteil der vertraglichen Vereinbarung.

Kosten

Die Kosten für die gesamte Seminarreihe betragen 14.500 €.
Sie beinhalten

  • Blöcke A, B, C
  • Zwei Abstimmungsgesprächen vor Ort
  • Auswertung
  • Telefonischer Besprechungen
  • Trainer/Trainerin

Bei einer Entfernung von mehr als 80 KM ab dem Institutssitz wird zusätzlich eine Fahrtpauschale berechnet.

[zurück nach oben]